Bluthochdruck - stiller Killer

27.03.2020
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Bluthochdruck ist nicht nur Männersache. Von den etwa 20 Millionen Menschen mit Bluthochdruck in Deutschland sind knapp die Hälfte Frauen. Ab den Wechseljahren ist für sie die Gefahr besonders groß, dass die Werte steigen.

Schleichende Gefahr

Ein unbehandelter Bluthochdruck kann gefährlich werden. Gefürchtete Folgen sind z. B. Schlaganfall oder Herzinfarkt, Herzschwäche oder Nierenschäden. Weil sich die hohen Werte häufig nicht durch Symptome bemerkbar machen, wird Bluthochdruck auch als „stiller Killer“ bezeichnet.

Für Frauen ist es umso wichtiger, dass sie auf ihre Blutdruckwerte achten, weil sie generell ein höheres Risiko für Schlaganfall haben als Männer. Deshalb ist jeder älteren Frau ans Herz zu legen, ihre Blutdruckwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen, auch wenn bisher kein hoher Blutdruck bekannt war.

Gesetzlich Krankenversicherte haben ab dem 35. Geburtstag alle zwei Jahre Anspruch auf den Gesundheits-Check-up, bei dem u. a. der Blutdruck gemessen sowie Blut und Urin untersucht werden. Der Blutdruck gilt als erhöht, wenn er dauerhaft über 140/90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) liegt. Die Blutdruckmesswerte werden stets paarweise angegeben. Dabei steht der höhere systolische Wert vorne und der niedrigere diastolische Wert hinten.

Aktiv sein!

Ist die Diagnose gesichert, gilt es, aktiv zu werden. Das ist wörtlich zu nehmen. Denn mehr Bewegung kann den Blutdruck nachweislich senken. Bewegung trainiert die Blutgefäße und macht sie elastischer. Voraussetzung ist aber Regelmäßigkeit: Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt, zwei- bis dreimal die Woche 30 bis 45 Minuten zu joggen, Fahrrad zu fahren oder im Schwimmbad seine Bahnen zu ziehen. Durch mehr Bewegung lässt sich der systolische Blutdruckwert Studien zufolge im Schnitt um 5 bis 8 mmHg senken.

Auch wer abnimmt, kann seinen Blutdruck senken: Eine Gewichtsabnahme von durchschnittlich vier Kilogramm führt zu einer Senkung des systolischen Blutdruckwerts um 4 bis 5 mmHg.

Das richtige Blutdruckmessgerät

Schon beim Kauf eines Blutdruckmessgeräts kann man Fehler vermeiden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Handgelenk- und Oberarmmessgeräten. Bei Oberarmgeräten sind unterschiedliche Manschettengrößen erhältlich. Maßgeblich für die korrekte Messung des Blutdrucks ist die richtige Manschettengröße. Sie sollte daher immer passend zum Umfang des Oberarmes gekauft werden. Bei zu schmalen Manschetten können etwa zu hohe Werte angezeigt werden.

Und auch das Alter eines Messgerätes sollte jeder Nutzer im Blick haben. Spätestens nach zwei Jahren sollten die Geräte technisch überprüft werden. Entsprechende Kontrollen bieten zum Beispiel Sanitätshäuser im Rahmen von Aktionstagen an. Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) rät allen über 50, ihren Blutdruck regelmäßig zu Hause zu messen.

Den Blutdruck richtig messen

  • Immer zur gleichen Zeit morgens und abends messen.
  • Ab einer Stunde vor der Messung sollte nicht geraucht und auf Kaffee und Alkohol verzichtet werden.
  • Die Messung sollte erst nach fünf Minuten ruhigen Sitzens in entspanntem Zustand stattfinden.
  • Den zu messenden Arm auf den Tisch legen.
  • Bei der Oberarmmessung sollte die Manschette zwei Querfinger oberhalb der Ellenbeuge nicht zu stramm sitzen, sodass noch ein Finger leicht unter die verschlossene Manschette passt.
  • Wird der Blutdruck am Handgelenk gemessen, sollte der Ellenbogen auf einer Tischplatte leicht abgestützt und der Unterarm etwas angehoben werden.
  • Es sollten nur validierte Blutdruckmessgeräte zum Einsatz kommen. Empfohlen werden vor allem Geräte, die das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga tragen.

Text © MTD-Verlag